Dermatologentage 2026: Innovation, Engpässe und Digitalisierung im Mittelpunkt

Dermatologentage 2026: Innovation, Engpässe und Digitalisierung im Mittelpunkt

Am 16. und 17. April trafen sich die niederländischen Dermatologen zu den jährlichen Dermatologentagen, die von der NVDV (Niederländische Vereinigung für Dermatologie und Venerologie) organisiert wurden. Der diesjährige Kongress war besonders feierlich: Die NVDV wird 130 Jahre alt. Dick van Gerwen, Dermatologe am Bravis-Krankenhaus und Mitbegründer von Webcamconsult, war dabei und schildert seine wichtigsten Eindrücke.

Eine Explosion von neuen Behandlungen

Die Dermatologie erlebt ein wahrhaft goldenes Zeitalter, wenn es um die Innovation von Medikamenten geht. Die Zahl der neuen Medikamente, die in den letzten fünf Jahren auf den Markt gekommen sind und für die nächsten fünf Jahre erwartet werden, übersteigt fast die Gesamtzahl der letzten 50 Jahre. Von Schuppenflechte und atopischem Ekzem bis hin zu Urtikaria, Alopecia areata, Vitiligo, Blasenbildung, Hidradenitis suppurativa und Hautkrebs - für fast alle wichtigen Hautkrankheiten sind neue, wirksamere Behandlungen verfügbar oder stehen kurz davor. Das macht den Beruf komplexer, aber auch schöner.

Ein Bereich, der bei diesen neuen biologischen Medikamenten Anlass zur Sorge gibt, ist die Impfung. Bei einigen Medikamenten ist es ratsam, vor der Einnahme bestimmte Impfungen vornehmen zu lassen. Während der Einnahme bestimmter Medikamente können keine (abgeschwächten) Lebendimpfstoffe verabreicht werden. Eine gute Information und Koordination zwischen den Ärzten ist hier unerlässlich.

Mangel an Dermatologen erfordert eine intelligentere Versorgung

Zugleich steht der Berufsstand unter Druck. Der Mangel an Dermatologen ist ein ständiger Engpass. Bei den Dermatologentagen stand daher die angemessene Versorgung im Mittelpunkt: Wie kann die Versorgung so effizient wie möglich organisiert werden, ohne dass die Qualität darunter leidet?

Ein konkretes Beispiel: Bei Hautkrebs, vor allem beim Basalzellkarzinom, scheint eine Verringerung der Zahl der Nachsorgetermine sehr sinnvoll zu sein. Eine Lockerung der Nachsorgeleitlinien ist auf der Grundlage der verfügbaren Evidenz gut vertretbar, sofern sie messbar gemacht und in der Praxis gesichert wird. Weniger unnötige Konsultationen bedeuten mehr Raum für die Patienten, die wirklich Hilfe brauchen, und genau hier kann die Teledermatologie eine Schlüsselrolle spielen.

Digitalisierung und KI: vielversprechend, aber noch nicht ausgereift

Die Digitalisierung der Pflege stand ganz oben auf der Tagesordnung. Eine digizorg-App, die Patienten mehr Einblick in ihren medizinischen Werdegang und ihren Pflegeplan gibt, wurde als Mittel zur besseren Patientenkommunikation positiv aufgenommen. Die SkinVision-App, eine der wenigen medizinischen KI-Apps mit CE-Zertifizierung für die Hautkrebserkennung, stieß auf Interesse, aber auch auf Skepsis. Es bestehen weiterhin Zweifel an der Zuverlässigkeit und Wirksamkeit in der täglichen Praxis. Schließlich wurden große Sprachmodelle (LLMs) diskutiert, die Gespräche zwischen Arzt und Patient aufzeichnen und automatisch in der elektronischen Patientenakte speichern können, so dass sich die Ärzte während der Konsultation ganz auf den Patienten konzentrieren können.

Dies passt perfekt zur Vision von Dermatology2go.online, der internationalen Online-Plattform für Dermatologie, die kürzlich von Webcamconsult ins Leben gerufen wurde. Die Teledermatologie kann die Zugänglichkeit der dermatologischen Versorgung verbessern, Wartezeiten verkürzen und die Arbeitsbelastung der Fachärzte verringern.

Allergologie: Missverständnisse und echte Verschiebungen

Im Bereich der Allergologie gab es einige bemerkenswerte Erkenntnisse. Ein hartnäckiges Missverständnis wurde ausgeräumt: Lebensmittelallergien spielen bei Hautkrankheiten, einschließlich atopischer Ekzeme, nur selten eine Rolle, obwohl viele Patienten das Gegenteil vermuten. Allergietests können nur bestätigen, ob jemand empfindlich auf eine Substanz reagiert, sagen aber nichts über die Kausalität aus. Bei neunzig Prozent der Menschen mit einer echten Lebensmittelallergie tritt die erste Reaktion im Mund oder an den Lippen auf, in der Regel innerhalb von zwei Stunden nach dem Kontakt.

Bei Kontaktallergien kommt es zu echten Verschiebungen im Reaktionsmuster. Nickel, Parfüm und Konservierungsstoffe sind nach wie vor die häufigsten Allergene, aber in den letzten Jahren hat die Prävalenz von Acrylaten zugenommen. Dabei handelt es sich um Harze und Klebstoffe, die bei künstlichen Nägeln, in der Zahnmedizin und bei medizinischen Geräten verwendet werden, die auf der Haut angebracht werden. Konservierungsmittel und Acrylate ändern regelmäßig ihre Zusammensetzung, da die Kosmetikindustrie bekannte Allergene durch Alternativen ersetzt, die wiederum neue Sensibilisierungen hervorrufen können. Standard-Kontaktallergietestsätze sollten daher jährlich überprüft werden, um aktuell zu bleiben.

Meine Schlussfolgerung

Die Dermatologentage 2026 haben gezeigt, dass der Berufsstand in vollem Gange ist: therapeutisch, organisatorisch und technologisch. Die Kombination aus einer Welle neuer Behandlungen, einer wachsenden Nachfrage nach Pflege und begrenzten Kapazitäten macht die Suche nach intelligenten, digitalen Lösungen dringender denn je. Webcamconsult und Dermatology2go.online reagieren aktiv auf diesen Bedarf, um die dermatologische Versorgung zugänglicher, effizienter und zukunftssicherer zu machen.